Research News zum ICT-Markt Schweiz

Erkenntnisse aus aktuellen Studien, Umfragen und Marktanalysen


Aktuelle Research Insights  - Themen Ausgabe 1, 2017 (PDF)

• Frühjahrs Update ICT-Markt

• Workplace & Mobility

• Big Shift im Security-Bereich

• Einflüsse auf den ICT-Markt

• Spendings im ICT-Services Markt

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MSM Research AG in der Presse

Netzwoche - 10.2.17

Netzwoche - 14.2.17

Netzwoche - 17.2.17

Netzwoche - 7.3.17

it-markt - 15.3.17

Netzwoche - 21.3.17

Netzwoche - 22.3.17



Frühjahrs Update zur ICT-Marktentwicklung

Die Wachstumsaussichten auf dem Schweizer ICT-Markt haben sich nach den minus 0.3% von 2015 und marginalen +0.6% vom vergangenen Jahr wieder aufgehellt. Wir rechnen auf der Basis unseres Frühjahrs Updates mit einer Zunahme der Ausgaben (B2B) von 1.7% oder knapp 300 Millionen Franken gegenüber 2016.

Damit legt der Schweizer ICT-Markt 2017 auf ein Volumen von 17.35 Milliarden Fr. zu. Umgerechnet auf einen Arbeitstag bedeutet dies, dass von Schweizer Unternehmen und Verwaltungen durchschnittlich für beachtliche 72 Millionen Fr. Aufträge und Projekte vergeben werden. Im Rahmen unseres Herbst Updates 2016 sind wir noch von einem Wachstum von 1.9% ausgegangen, das wir nun auf ein Plus von 1.7% leicht nach unten korrigiert haben. Die derzeitigen Planungsunsicherheiten aufgrund politischer und wirtschaftlicher Einflussfaktoren sowie der Trend zu einem erneut stärker werdenden Franken haben eine bremsende Wirkung auf ursprünglich gemachte Budgetpläne der Anwender.

Die Entwicklung der ICT-Ausgaben im Schweizer Markt wird aber nicht nur durch globale oder nationale, politische und ökonomische Faktoren beeinflusst. Einen wesentlichen Impact auf das Wachstum des Marktes haben auch die kleineren und mittleren Unternehmen (KMU, nach unseren Definitionen bis 499 Mitarbeiter). Im laufenden Jahr entfallen auf sie knapp zwei Drittel (64%) der Spendings im Schweizer Markt. Das Gesamtmarktwachstum hängt also entscheidend vom Ausgabeverhalten der KMUs ab. Unsere Prognose von 1.7% Plus der Ausgaben für den gesamten Markt wird aktuell von den KMUs getragen. Wir rechnen damit, dass die Budgets der "Kleinen und Mittleren" prozentual mit einem Plus von 2.1% stärker aufgestockt werden, als diejenigen der grossen Unternehmen (+1.1%).

Der Markt 2017 wird auch durch Trends beeinflusst, welche sich ausserhalb ökonomisch und politisch bedingten Einflüssen bewegen. So nimmt die Verschiebung bislang individuell geprägter Infrastruktur- und Anwendungsumgebungen in Richtung standardisierter Informatiklösungen zu. Die treibenden Faktoren sind hier einerseits der steigende Leidensdruck mit Blick auf die hohen Kosten, welche Individualumgebungen generieren. Andererseits stehen die Forderungen nach mehr Effizienz und Agilität im Raum, welche standardisierte Lösungen bieten.

Individuelle Anpassungen und Entwicklungen werden nicht verschwinden. Da ist nach wie vor Potential für entsprechende Projekte in diversen Branchen, um erzielte Wettbewerbsvorteile absichern und halten zu können. Unsere Erhebungen zeigen allerdings, dass gesamthaft betrachtet die derzeitigen Wachstumsraten beispielsweise für Standardsoftware höher liegen als diejenigen für individuelle Entwicklungen. Viele Unternehmen verlassen schrittweise die "Wohlfühlzone" ihrer selbst entwickelten Umgebungen. Sie versprechen sich mit standardisierten Ansätzen eine höhere Kostentransparenz, mehr Flexiblilität und Effizienz in einem zunehmend digitalisierten Wettbewerbsumfeld.


Der Big Shift ist auch im Security-Bereich angekommen
Im Schweizer ICT-Security Markt erreichen die Ausgaben im Businessbereich im laufenden Jahr ein Volumen von 2.24 Milliarden Fr., dies sind 80 Millionen Fr. oder 3.7% mehr als noch 2016. Die Ausgaben für die Sicherheit verschieben sich weiter hin zu externen Services. Die Auswahl entsprechender Partner wird zu einem wichtigen Prozess und massgeblichen Erfolgsfaktor für die Umsetzung der ICT-Sicherheit im Unternehmen.
 
In den kommenden zwei Jahren werden vor allem die Projektausgaben in den Segmenten Consulting, Audit und Testing Services sowie für Integration und Implementierung zulegen. Bereits heute entfallen 47% der Security-Budgets auf Dienstleistungen externer Anbieter im Bereich der ICT-Sicherheit. Die Resultate unserer Security-Studie haben gezeigt, dass auch im Bereich der Sicherheit der "Big Shift", der Paradigmenwechsel von internem Betrieb zu externen Services, angekommen ist und weiter Fahrt aufnimmt. Eine wachsende Anzahl von Unternehmen plant, ihre ICT-Sicherheit in den kommenden Jahren künftig in Form von Managed Security Services oder als Dienstleistung aus der Cloud zu beziehen.

Wir gehen davon aus, dass die Ausgaben für Security Dienstleistungen bis 2018 insgesamt um deutlich über 5% wachsen werden. Die Ausgaben für Managed Security Services dürften pro Jahr sogar im zweistelligen Bereich zulegen, da in manchen Firmen die eigenen Bemühungen und Security-Vorkehrungen keine ausreichende Perspektive mehr bietet. Mit der Vergabe der entsprechenden Aufgaben und Dienste an einen versierten Dritten will man hinaus aus dem Nebel dieser Unsicherheit.

Die grösste Zunahme der Inanspruchnahme eines Managed Security Services (MSS) erfolgt in den kommenden zwei Jahren in den Bereichen Verschlüsselung, Network Security Services, Security Management (Monitoring & Reporting) und ganz generell im Erkennen und in der Abwehr von Attacken in Echtzeit. Im Zuge dieser Marktentwicklung erwarten wir eine zunehmende Anzahl an standardisierten Angeboten sowie einen verschärften Wettbewerb unter den Anbietern in diesem Bereich.

Bei der Auswahl eines Dienstleistungsanbieters oder Managed Service Providers im Bereich der ICT-Sicherheit setzen die Verantwortlichen von Schweizer Unternehmen in einer ersten Auswahlrunde auf entsprechende Referenzen. Gerade bei den kleineren und mittleren Unternehmen spielt die Swissness, resp. lokale Referenzen dabei eine oftmals entscheidende Rolle.

Die finale Auswahl eines Security-Partners unterliegt dann weitergehenden Anforderungen und Kriterien. Die Messlatte wird hoch angelegt, denn die Arbeit am Sicherheitsdispositiv des Anwenders ist ein dynamischer und permanent herausfordernder Prozess, die Erwartungen an die Provider sind entsprechend hoch. Anbieter mit einschlägiger Erfahrung, einem Schweizer Standort, ausgewiesenem technischen Know how und einer überzeugenden Businessexpertise haben die besten Chancen berücksichtigt zu werden.


Der ICT-Betrieb der Zukunft ist hybrid
Ohne Cloud Computing wird künftig nichts mehr gehen. Und mehr noch, die Cloud gilt als eigentlicher Motor der digitalen Transformation. Diese Entwicklung hat auch grossen Einfluss auf die Planung und den Betrieb entsprechender Infrastrukturen.

Bei der Entwicklung und Evaluation neuer, innovativer ICT-Betriebskonzepte stellen sich vereinfacht zwei Fragen: Was verbleibt als Infrastruktur im Haus und was wird weiterhin selbst betrieben? Ein diesbezüglicher Entscheid muss zwei Kriterien berücksichtigen: einerseits gilt es, einen optimalen Kompromiss und smarten Mix aus Sicherheit resp. Kontrolle mit Blick auf geschäftskritische Anwendungen zu finden, andererseits die Agilität und Flexibilität bezüglich Entwicklung und Implementierung neuer innovativer Lösungen sicherstellen.

Die Klassifizierung businesskritischer Daten und Prozesse bildet hier ein zentrales Entscheidungskriterium zur Beantwortung wichtiger Kernfragen: Wo betreiben wir welche Workloads, mit welchen Tools managen wir hybride Umgebungen, wo lagern welche Daten, welche neuen Anwendungen beziehen wir aus welcher Cloud? Die Zielsetzungen zeigen immer in die gleiche Richtung: hin zu einer finanzierbaren, sicheren, skalierbaren und schnellen ICT-Betriebsumgebung, welche eine digitale Transformation nicht nur ermöglicht, sondern antreibt.

Wir werden in Zukunft kaum mehr ICT-Umgebungen antreffen, welche ausschliesslich auf den Betrieb in den eigenen vier Wänden setzen. Der Druck aus den Businessbereichen der Unternehmen nimmt zu. Sie fordern Infrastrukturen und Anwendungen, welche es ermöglichen, rasch und agil neue Ideen in wettbewerbsfähige Businessmodelle umzusetzen. Zeit ist hier ein entscheidender Faktor - unabhängig davon, ob neue Modelle darauf abzielen, prioritär Prozesskosten zu senken oder neue Kundensegmente und Märkte anzugehen. Cloud Services und Plattformen bieten heute auf breiter Basis entsprechende Lösungen an. Sie verhindern hastig in Angriff genommene Eigenentwicklungen, welche allenfalls wieder in einem Silosumpf enden. Allerdings stellt das heutige Cloudangebot auch ein Nährboden für die Fachbereiche dar, auf eigene Faust Lösungen aus der Cloud aufzusetzen. Eine ausufernde Schatten-IT wäre die Folge und daraus resultierend eine steigende Heterogenität, komplizierte Umgebungen und komplexe Schnittstellenprobleme. Die eigene IT-Abteilung so auszuhebeln wäre fatal.

Unsere Researcharbeit der letzten Monate hat gezeigt, dass heute nur noch knapp 30% der Unternehmen auf einen reinen Eigenbetrieb ihrer ICT setzen, mehr als 70% fahren bereits auf der hybriden Schiene, und dies mit steigender Tendenz.

Das Management hybrider Umgebungen wird ebenso zunehmend zu einem kritischen Erfolgsfaktor. Die Planung, Implementierung und der Betrieb von Anwendungen und Infrastrukturen (Server, Storage und Connectivity) auf der Basis einer gemischten Umgebung stellt höchste Herausforderungen an die Verantwortlichen. Allerdings wird es ohne die Agilität, hohe und sichere Verfügbarkeit einer entsprechend aufgestellten ICT schwer sein, den Sprung in die digitale Transformation zu meistern und sich den zwingenden Vorsprung zu sichern. Die Zukunft der ICT ist hybrid.