Der Schweizer ICT-Markt - Wachstum trotz Krise

Kaum haben wir uns vom grossen Teil der wirtschaftlich und persönlich einschneidenden Pandemie-Massnahmen verabschiedet, schaltet die Welt erneut in den Krisenmodus. Nicht verursacht durch die Folgen einer unsichtbaren Virenattacke, sondern durch den russischen Angriff auf die Ukraine. Die Welt befindet sich in einem neuen Krisenmodus und die Folgen sind heute noch schwer absehbar.

 

Die ökonomischen Folgen des Ukrainekonflikts werden derzeit bestehende Krisen noch verstärken und ausweiten. Zu aktuellen Problemen wie der Chipmangel, Engpässen in Lieferketten und der Logistik trüben nun drastisch steigende Energiepreise, Inflationsängste und weiter zunehmende Lieferkettenprobleme die wirtschaftlichen Aussichten ein.

 

Die Auswirkungen des Konflikts und der Sanktionen schlagen auf die wirtschaftliche Situation und Entwicklung in der Schweiz durch. Anlässlich der kürzlichen KOF Frühjahrsprognose wird die Schweizer Wirtschaft in diesem Jahr im günstigen Szenario um knapp 3% wachsen. Sollte sich die Ukraine-Krise ausweiten und es zu einem vollständigen Stopp aller russischen Energie- und Rohstoffexporte auch in die EU, einem Wegzug des Handels mit russischem Rohöl aus der Schweiz und einer deutlichen Aufwertung das Frankens kommen, verbliebe 2022 nur noch ein BIP-Wachstum von einem Prozent (KOF).

 

Die steigende Planungsunsicherheit der Unternehmen wird sich wie schon während der Pandemie auch negativ auf ihre Ausrüstungsinvestitionen auswirken. Und diesem Trend werden die ICT-Budgets und Ausgaben folgen: Tendenz nach unten. So rechnen wir in unserem "Best Case" Szenario noch mit einem Wachstum von 4.5% (4.7% Herbstprognose) der ICT-Spendings 2022 im Schweizer Markt, damit würden die Ausgaben der ICT (B2B) erstmals auf über 20 Milliarden Franken steigen. Auf der Basis unseres Negativ-Szenarios allerdings rechnen wir nur mit einem Plus von max. 2.5%.

 

Hinsichtlich der für die kommenden 12 Monate geplanten ICT-Projekte überwiegen solche aus den Fachabteilungen. Unsere Studienarbeiten aus dem ersten Quartal 2022 haben ergeben, dass rund 60% der Projekte aus den Fachabteilungen angestossen werden. An erster Stelle stehen hier Themen wie Datenschutz (GDPR, Governance, Risk & Compliance), Workplace (Mobile Lösungen, Remote & Home Office, UCC/Video) sowie ERP und ECM / DMS. In den ICT-Abteilungen dominiert das Projektthema ICT-Security, gefolgt von Vorhaben aus den Bereichen Multi-Cloud / hybrider ICT-Betrieb und Business Continuity & Recovery.

 

Die weiteren wirtschaftlichen Aussichten bleiben mit Blick auf die Krise angespannt und volatil. Die Herausforderungen für die Unternehmen und ihre ICT-Abteilungen sind gross, insbesondere mit Blick auf den steigenden Budget- und Ausgabendruck. Es gilt nun, sich auf erneut veränderte Gegebenheiten einzustellen, ein Gleichgewicht zwischen businesserhaltenden Routinen, einem rundum sicheren ICT-Betrieb und einer innovativen, zukunftsgerichteten Weiterentwicklung der Digitalisierung des Unternehmens zu finden.

 

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Publikation Artikel: März 2022 Autor: Philipp A. Ziegler, CEO, MSM Research AG

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