Rückblick: Der Schweizer ICT-Markt - zurück auf Wachstumskurs

Die gute Nachricht vorweg: Der ICT-Markt hat sich im zu Ende gegangenen Jahr 2021 rascher erholt als erwartet und die Delle vom Vorjahr mit einer Wachstumsrate von 5.1% (unsere Winterprognose 2021) mehr als wett gemacht. Auch wenn dieser Zuwachs noch Nachholbedarf aus 2020 widerspiegelt, hat der Markt nach dem Minus 2.9% (2020) wieder in die positive Wachstumsphase gedreht.

 

Obwohl der ICT-Markt 2020 hat Federn lassen müssen, so hat die Wachstumsentwicklung aus heutiger Sicht offensichtlich lediglich den Fuss vom Gaspedal genommen und keine abrupte Notbremsung eingeleitet. Allerdings hat die Entwicklung mit Blick auf neue Projekte und entsprechende ICT-Ausgaben nicht in allen Segmenten einen ähnlich positiven Verlauf genommen. Denn die Pandemie hat in den vergangenen zwei Jahren hinsichtlich des Wachstums einen polarisierenden Verlauf genommen und sowohl beflügelt, als auch gebremst, dies mit unterschiedlichen Ausprägungen in den einzelnen horizontalen und vertikalen Teilsegmenten. So haben die Ausgaben (Lizenzen) für im eigenen Hause genutzte und selbst betriebene Software deutlich zugunsten Cloudlösungen weiter nachgegeben, während die Ausgaben für Hardware, d.h. Server, Rechner, Storage und Drucker den Rückgang aus 2020 mit einem Plus von 3.1% wieder ausgeglichen haben.

 

Die grossen Gewinner im letzten Jahr waren die Segmente für Cloud Services, Managed Security Services, Projekte der Digitalisierung mit den Bereichen IoT, Analytics und KI sowie Workplace-Lösungen mit den Schwerpunkten Zusammenarbeit, Kommunikation und Sicherheit. Alles Bereiche, welche zudem den Bedarf und die Nachfrage nach Dienstleistungen wie Businessmodell-Consulting, ICT-Architektur-Beratung, Integration und Implementation, Individual-Software-Entwicklung, Schulung und Training, Support und Maintenance sowie Managed und Cloud Services weiter haben ansteigen lassen.

 

Insgesamt entfielen auf die ICT-Services (B2B) im Schweizer Markt 2021 Ausgaben in der Höhe von 13.28 Milliarden Franken, dies entspricht einem Anteil von über 69% am ICT-Gesamtmarkt. Die restlichen rund 30% verteilen sich auf Hardware, Software (on Premise) und Kommunikation. Damit fliessen mehr als zwei von drei Franken in die Taschen von Dienstleistern, Beratern und Provider. Und die Schere zwischen Services und traditioneller ICT (Hardware und Software im Eigenbetrieb sowie Kommunikation) wird sich weiter zugunsten extern bezogener Dienstleistungen öffnen. Auch 2022 rechnen wir mit einem weiteren Anstieg des Anteils der ICT-Services am ICT-Markt.

 

Publikation Artikel: Januar 2022 Autor: Philipp A. Ziegler, CEO, MSM Research AG

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