Das Homeoffice - Symbol der Coronakrise

Die befürchtete zweite Welle der Corona Pandemie ist da und wieder werden Massnahmen diskutiert, gefordert und auf der Basis unseres föderalistischen Denkens, Handelns und Entscheidens auch bereits unterschiedlich umgesetzt. Und es werden kaum die letzten Massnahmen sein, welche unser Land mit Blick auf die Coronakrise überziehen und unser gewohntes Leben und Schaffen erneut einschränken und beschwerlicher gestalten werden. Der Begriff "zweite Welle" greift deshalb vielleicht zu kurz, ich denke wir werden uns mit einer Dauerwelle konfrontiert sehen, welche zumindest noch eine ganze Weile anhalten wird, wenn auch in unterschiedlicher Ausprägung und Entwicklung.

 

Wie lange der Corona-Einfluss noch anhalten wird, lässt sich auch heute noch nicht vorhersagen. Auch wenn die vertikalen Märkte, d.h. die einzelnen Branchen in der Krise einen unterschiedlichen Verlauf verzeichneten, so haben die wirtschaftlichen Folgen des Virus so manches Unternehmen in eine existenzielle Krise gebracht. Die meisten Unternehmen haben vom Autopiloten auf Sichtflug und auf eine von Kurzfristigkeit geprägte Handlungsweise geschaltet. Ein Teil davon befindet sich mittlerweile im Blindflug und steht aktuell vor immensen Herausforderungen. Die grosse Planungsunsicherheit bleibt.

 

Eines der stärksten Symbole der Krise ist zweifelsohne das Homeoffice. Obwohl mancher Mitarbeiter oder manche Mitarbeiterin in den Unternehmen bis heute das gewohnte Arbeiten im Homeoffice nicht aufgegeben hat und mittlerweile sicherer agiert im Umgang mit digitalen Tools, so werden sich viele zum zweiten Mal daran gewöhnen müssen, kleinere Kreise zu ziehen.

 

Wenn im Rahmen der ersten Welle vom Frühjahr 2020 rund 80% der Unternehmen (gemäss unseren Studienarbeiten vom April und Mai) für ihre Mitarbeiter Homeoffice angeordnet haben, so wird dieser Wert beim anstehenden Massnahmenpaket der Unternehmen sicherlich nicht unterschritten werden. Und nach den ersten Erfahrungen mit den Verlagerungen der Arbeit ins Homeoffice gefragt, gaben 82% der im Rahmen unserer aktuellen Herbststudie befragten Unternehmen zu Protokoll, dass sie grundsätzlich positive Erfahrungen gemacht haben. Die Isolierung der einzelnen Arbeitskräfte im Homeoffice hat allerdings auch dazu geführt, dass Abläufe und Geschäftsprozesse neu aufgesetzt werden mussten. So überrascht es nicht, dass gerade KMUs in entsprechende Lösungen investieren wollen. Jedes zweite der kleinen und mittleren Unternehmen plant, in den kommenden 12 Monaten die Arbeitsplätze mit Dokumenten Management Systemen aufzurüsten.

 

Insgesamt hatten über 60% keine grossen Probleme bei der Umstellung und jedes zweite vermeldet positive Erfahrungen und eine verbesserte Work/Life Balance der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen. So hat auch das anfänglich von starker Formalität geprägte Verhalten in der Kommunikation, insbesondere bei Videokonferenzen mit Kunden, Lieferanten und eigenen Teams einer steigenden Professionalität und zunehmenden digitalen Empathie Platz gemacht.

 

Publikation Artikel: Oktober 2020 Autor: Philipp A. Ziegler, CEO, MSM Research AG

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